Quo vadis, Bildung?
Im Jahr 2018 wurde der 24. Januar durch eine Resolution der Vereinten Nationen zum internationalen Welttag der Bildung ausgerufen, mit dem Ziel das Bewusstsein zu schärfen für die Bedeutung von Bildung für den Weltfrieden und nachhaltige Entwicklung.
Damit dies gewährleistet werden kann, muss die Bildung sich immer wieder neu erfinden und an gesellschaftliche Veränderungen anpassen. Da Bildung zudem immer in die Zukunft gerichtet ist, muss sie auch stets vorausschauend agieren und Kompetenzen in den Mittelpunkt stellen, die von nachhaltiger Relevanz sind und die Welt von Morgen fortwährend mitdenken.
Mit der folgenden Leseliste, möchten wir Titel hervorheben, die sich mit genau diesem Thema beschäftigen und dazu einladen, sich Gedanken darüber zu machen, wie Schule und Bildung sich entwickeln könnten respektiv müssten um Menschen hervorzubringen, die den zukünftigen Herausforderungen mit Mut und Zuversicht begegnen. Gerade in einer von KI und Digitalisierung geprägten Welt, geht es dabei um viel mehr als „nur“ dem Erlernen technologischer Kompetenzen.
Ergänzend zur Fachliteratur finden Sie hier ebenfalls zwei filmische Perspektiven zum Thema, als Fiktion und Dokumentarfilm, die über die Schule hinaus breite gesellschaftliche Fragen formulieren.
Schule 2035. Lernen nach Digitalisierung & KI
Jöran Muuß-Merholz
Dem Pädagogen und Experten für neue Formen des Lernens und Arbeitens, Jöran Muuß-Merholz, geht es in diesem Buch um die Darstellung der Relevanz die eine konkrete Zieldefinition für eine erfolgreich Schulentwicklung hat. Zur Verdeutlichung seiner Sichtweise stellt er seine Idee von Schule im Jahr 2035 anhand von fünf visionären Beispielen vor und erlaubt dem Leser so sich ein Bild dessen zu machen, was Schule in der Zukunft möglicherweise sein kann. Ob global vernetzt, digital-frei und sinn-voll, KI-automatisiert, freudvoll und zwanglos oder aktiv und kollaborativ mit kombiniertem Online-Lernen, so unterschiedlich wie die Schulformen, sind auch die Wege die dahin führen könnten.
Der zweite Teil des Buches ist praktischer ausgerichtet und beschreibt verschiedene Methoden die Schulen helfen sollen ein je eigenes Zukunftsdenken anzustoßen und sich darüber bewusst zu werden, wie sie sich in Zukunft definieren wollen und wie sie den Anforderungen der Gesellschaft entsprechen könnten. Wer für die Zukunft gewappnet sein will, sollte, so der Autor, jetzt schon mit der Reflexion und schrittweisen Maßnahmen beginnen.
Roboter in der Bildung. Wie Robotik das Lernen im digitalen Zeitalter bereichern kann
Fady Alnajjar et al.
Die Beiträge dieses Buches sind in einer einwöchigen Schreibklausur entstanden, die im Jahr 2020 in Al Ain, Emirat Abu Dhabi stattfand und vom AI & Robotics Lab der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate gefördert wurde. Als Einführung in die Robotik im Bildungsbereich konzipiert, bietet es sowohl Forschern wie auch Lehrern Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung dieser innovativen Lernmethode, die eine optimierte Verbindung schaffen soll zwischen dem analogen und dem digitalen Lernen. Als Lehrassistenten können die Roboter Lehrkräfte entlasten, vor allem, indem sie technologiebezogene Aufgaben übernehmen und so Freiraum schaffen für die individuelle Betreuung der Schüler und die Begleitung von Lernprozessen. Sie können aber auch direkt auf die Schüler einwirken, indem sie Motivation, Kreativität, Problemlösungskompetenzen und selbstgesteuertes Lernen fördern. Es geht dabei keineswegs darum, Lehrer zu ersetzen, sondern vielmehr darum, sie zu unterstützen und gleichzeitig eine Ergänzung zu bieten zum bisherigen Lehren und Lernen. Roboter sollen dabei helfen, die Potenziale des heutigen Unterrichts voll auszuschöpfen und so die Entfaltung der sogenannten Zukunftsfähigkeiten Informations-, Medien- und Technologiekompetenz, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit sowie Lern- und Innovationsfähigkeit sicherzustellen.
Wer mehr über die Hintergründe, Anforderungen, Möglichkeiten und ethische Auswirkungen der Robotik im Bildungsbereich erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen.
Pratiques pédagogiques innovantes. Construire la pédagogie de demain
Françoise Chevalier et al.
Face à une multiplication des technologies éducatives et des innovations pédagogiques, ce livre est un outil conçu par des enseignants pour des enseignants afin de leur faciliter l’orientation et les soutenir dans leurs choix individuels. Les auteurs partagent les expériences qu’ils ont eux-mêmes faits avec des technologies aussi diverses que le podcast, le jeu vidéo, les MOOCs, la réalité virtuelle, les médias sociaux ou encore le e-learning, ainsi qu’avec différentes formes d’interactions qui en résultent, les évaluent, en expliquent les enjeux et donnent des recommandations quant à leur mise en pratique en classe. Le livre offre également un regard vers l'avenir, en particulier sur l'utilisation de l'intelligence artificielle dans l'enseignement et le développement d’un nouvel écosystème éducatif, complexe, flexible et interconnecté, à savoir l’Entreprise Académique Étendue visant à garantir le développement des individues et leur adaptation aux exigences du monde du travail et de l'apprentissage continu qui sera de plus en plus diversifié, personnalisé et indépendant de l’espace et du temps. Il fait donc entrevoir un monde de l’apprentissage et du savoir qui ne cessera de se développer et qui offrira des possibilités quasi infinies de formation à quiconque souhaite s’y engager.
Lernwelt Hochschule 2030. Konzepte und Strategien für eine zukünftige Entwicklung
Richard Stang et al.
Dieser Sammelband aus der Reihe „Lernwelten“ beschäftigt sich mit den Veränderungen und Herausforderungen, denen sich die Hochschulen angesichts des gegenwärtigen gesellschaftlichen und technologischen Wandels, stellen muss. Dabei wird zunächst festgestellt, dass mancherorts zwar bereits Initiativen ergriffen wurden, allgemein jedoch noch Modernisierungspotenzial bleibt. Gefordert ist hier allen voran die Hochschulpolitik, da sie es ist die den Rahmen schafft und die zukünftige Ausrichtung maßgeblich bestimmt. Ein mit dem Titel „Internationale Perspektiven“ überschriebenes Kapitel zeigt auf, wo deutsche Hochschulen im Vergleich zum europäischen Ausland stehen. Innovative und digitalisierte Lehr- und Lernmethoden, die KI-gestützte Prozesse beinhalten, sich an den Studierenden orientieren und autonome und partizipative Studiengestaltung ermöglichen sollen künftig zunehmend herkömmliche Modelle ablösen. Erreicht werden könnte dies, so eine der Kernaussagen des Buches, durch Kooperation innerhalb der deutschen Hochschullandschaft. Gezielte Zusammenarbeit aller an der Hochschulbildung Beteiligten und ganzheitliche Innovationen könnten den Wandel erleichtern und zu einem Gewinn machen für eine Wirtschaft und Gesellschaft, die bereit ist für die Ansprüche einer global vernetzten Zukunft.
Émanciper ou contrôler ? Les élèves et l’école au XXIe siècle
Pascal Clerc
Ce livre de Pascal Clerc, professeur des universités en géographie tourne autour d’un de ses domaines d’expertise et qui est la question des espaces d’apprentissage. Il constate qu’au vu d’évènements et de développements récents, les écoles ont de plus en plus tendance à se fermer à l’espace public. Cependant, selon lui, une telle école ne peut répondre aux exigences du monde actuel, qui demande des compétences qui ne s'apprennent pas dans les livres, mais qui se pratiquent, telles que les capacités de communication, d’argumentation et de coopération ou encore l’esprit innovatif. Aussi l’école devrait-elle s’ouvrir au monde digital et aux outils numériques. L’auteur plaide donc pour une relation pédagogique axée sur l’encadrement et l’apprentissage et qui va bien au-delà de l’enseignement et de la transmission. Pour y parvenir, il faudrait à son avis aussi abandonner la notion traditionnelle de salle de classe et accepter l’idée d’une multiplication des espaces d’apprentissage. La motivation l’engagement, l’autonomie et l’émancipation en profiteraient sans doute.
Grandir en humanité. Libres propos sur l’école et l’éducation
Abdennour Bidar et Philippe Meirieu
Dans cet ouvrage, Philippe Meirieu, professeur émérite en sciences de l’éducation à l’université Lumière-Lyon et Abdennour Bidar, philosophe, essayiste et inspecteur général de l’Éducation nationale s’échangent sur le rôle de l’école et de l’éducation dans la construction de notre commune humanité. Ils constatent que du fait de l’érosion de l’autorité des institutions et de la perte de cadre de vie qui s’ensuit, le contexte social dans lequel nous vivons actuellement est marqué par l’individualisme, l’égoïsme, le repli sur soi et le séparatisme. Sans oublier les bienfaits de la liberté individuelle et de l’émancipation, ils s’expriment pour une éducation à la communauté et à la solidarité entre les humains et avec le monde environnant qui seule, selon eux, sera capable de retisser les liens déchirés et de reconstruire un monde pour lequel on est motivé à s’engager. C’est, à leur avis, en apprenant à l’école les valeurs humaines et en se sentant capable d’agir en tant que membre à part entière d’un collectif que les élèves pourront grandir en humanité et acquérir les bases qui leur permettront de se construire un avenir optimiste et digne d’être vécu.
Enfin c’est aussi une invitation adressée à chaque éducateur et à chaque éducatrice à prendre ces propos en considération dans la planification de leur enseignement.
Failure to disrupt. Why technology can’t transform education
Justin Reich
Justin Reich, associate professor of digital media at MIT, director of the MIT Teaching Systems Lab and former high school teacher explains in his book Failure to disrupt why technology is not a panacea and why it will not alone be able to democratize education. Above all, he shows that one should not blindly trust the promises of technology, but rather carefully consider where to invest one’s time and money to improve education. He also reminds us that some of these “new” technologies are not new at all, but, apart from minor changes, have been known for years, if not decades. And that it was always found that none could meet the high expectations, and none could become more than a supplemental resource. Consequently, he urges us not to overestimate promises, but rather to evaluate them critically from a certain distance and to classify them realistically based on experience. Furthermore, they would never be useful in all subject areas, and they would never benefit all learners, but primarily those with the most independent learning experience. They would probably even do more harm than good to those who need care and guidance. He therefore suggests viewing innovations primarily as an opportunity to question traditional practices and, where possible, to use them cautiously for the benefit of the existing education system.
Repenser l’enseignement
Philippe Nemo
Dans ce livre, le philosophe et historien de l’éducation, Philippe Nemo, qui a lui-même enseigné pendant de longues années, constate un effondrement alarmant et croissant du niveau de performance des élèves et étudiants et il dresse un bilan désastreux du système d’enseignement actuel. Selon lui, les raisons de cette situation sont à rechercher dans un système monopolistique et paralysé, contrôlé par l’État. Il réclame donc une libéralisation de l'éducation avec un secteur privé qui côtoie un secteur public, de préférence décentralisé, et qui place la transmission du savoir au premier plan en vue de former, au sein de classes socialement hétérogènes, mais intellectuellement homogènes, les experts dont a besoin la société dans les domaines les plus divers. A ses yeux une telle rénovation de l’éducation est également et surtout inévitable afin de faire face à la concurrence scientifique, économique ou géopolitique potentielle d’autres pays. Dans son livre, il explique en détail le contexte, les enjeux, les potentiels et la mise en pratique d’une telle réorganisation.
Weltklasse. Schule fur das 21. Jahrhundert gestalten
Andreas Schleicher
Der Autor dieses Buches, Andreas Schleicher, dürfte den Meisten vor allem als Koordinator der PISA-Studien bekannt sein, die er ab 1995 als Projektmanager beim Centre for Educational Research and Innovation der OECD in Paris konzipierte und die seit 2001 in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Als Bildungsforscher und Statistiker beschäftigt er sich auch immer wieder mit Bildungspolitik der Reform der Bildung. So wendet er sich in „Weltklasse. Schule für das 21. Jahrhundert gestalten“ den Herausforderungen der Bildung in einer Welt zu, die von Digitalisierung, Automatisierung und zunehmend auch von Ungewissheit geprägt ist. Bereitschaft und Fähigkeit zum lebenslangen Lernen und Umlernen muss in seinen Augen dabei an die Stelle treten von alleiniger inhaltlicher Wissensvermittlung und kognitiven Basiskompetenzen, die heute größtenteils von Maschinen übernommen werden können. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, kritisches und vorausschauendes Denken, Verantwortungsbewusstsein, Handlungs-, Problemlöse- und Innovationsfähigkeit, Kreativität, Resilienz, respektvolles Miteinander und Empathie dagegen sind rein menschliche Kompetenzen und auf diese wird es seiner Meinung nach in Zukunft ankommen. Dementsprechend wird es also Aufgabe der Schule sein, diese zu vermitteln, mit aktuellem Wissen zu verbinden und so die Schüler fit zu machen für die global vernetzte Welt, die sie erwartet. Dass dies auch für die Lehrkräfte und Schulsysteme große Herausforderungen mit sich bringt, versteht sich dabei quasi von selbst. Erfolgreiche Beispiele aus dem In- und Ausland, die hier Orientierung geben können, werden in diesem Buch aufgezeigt und laden dazu ein, individuelle Strategien zu entwickeln, die den je eigenen Bedingungen Rechnung tragen. Ein inspirierendes Buch für all jene, denen die Entwicklung und Optimierung von Schule und Bildung am Herzen liegt.
Gute Bildung sieht anders aus. Welche Schulen unsere Kinder jetzt brauchen
Harald Lesch und Klaus Zierer
„Wir stehen mitten in einer Bildungskrise“ sagen der Wissenschaftsvermittler Harald Lesch und der Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer angesichts des sinkenden Bildungsniveaus, das sich seit Jahren verstärkt und inzwischen unübersehbar ist. In diesem Buch fordern sie eine umfassende Bildungsrevolution, eine pädagogische Zeitenwende, die den Lernort Schule zu einem Bildungsraum macht, der Schüler ganzheitlich fördert und Freude bereitet, weil gute Gründe, Gestaltung, Gelingen, Gefühle und Gemeinschaft an erster Stelle stehen. Dies ist umso wichtiger als, den Autoren zufolge, sowohl Wirtschaftskraft wie auch Demokratiefähigkeit eines Landes mit einem erfolgreichen Bildungssystem in direktem Zusammenhang stehen. In den einzelnen Kapiteln des Buches stellen sie eine Bildungsvision vor, die alle Aspekte von Schule und Bildung miteinschließt und in Einklang bringt mit den veränderten gesellschaftlichen Voraussetzungen unserer Zeit. Sie zeigen wie Schule und Bildung den Anforderungen der Zeit gerecht werden und den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechen kann. Ein lesenswertes und wichtiges Buch, das all jenen zu empfehlen ist, die sich für die Zukunft der Bildung, aber auch für Fragen gesamtgesellschaftlicher Entwicklung interessieren.
How schools transform. Practices, research and actions that change schools
Michael Anderson et al.
This collection of essays brings together the contributions of experts and researchers in schooling and education, all giving livid examples of concrete school transformation far going beyond its how, which is undoubtedly an equally important subject of research. Multiple case studies from around the world demonstrate what is possible when openness to new and shared ideas, courage and perseverance come together in leadership and are intended to serve as a source of inspiration for interested readers without of course encouraging imitation. The aim is, in a sense, to encourage leaving the beaten track and become open to new ideas that are in tune with the spirit of the times. Collaboration, communication, critical reflection and creativity (called the 4C approach) in all areas of school life are, according to the core message of this book, the recipes for success that will lead schools into a successful future. All those who would like to learn more about these fundamental principles of change will certainly find this book a worthwhile read.
Das Lehrerzimmer
Regie İlker Çatak
Der viel beachtete und preisgekrönte Film von İlker Çatak gewährt Einblick in den Mikrokosmos Schule und tut dies auf eine Art, die Protagonisten und Zuschauer in einen Zustand ständiger (An)Spannung versetzt.
Carla Nowak (Leonie Benesch) unterrichtet an einer Hamburger Schule mit viel Engagement und Idealismus. Gewissenhaft bemüht sie sich um die Wissens- und Wertevermittlung in der Klasse. Eine Reihe von Diebstählen und verschiedene Methoden der Wahrheitsfindung bringen das fragile Gleichgewicht des Systems ins Wanken und Frau Nowak an ihre Grenzen.
Aus der Sicht und mit der Hauptfigur erleben wir mehr, als dass wir nur beobachten könnten – wir sind nah dran. Carla Nowak steht unter Druck, der beständig wächst: Was sich anfangs als eine Spannung zwischen ihrem Idealismus, Gerechtigkeitssinn und den Methoden der Kollegen manifestiert, wächst rasch zu einem komplexen Geflecht aus Verantwortung, Schuld und Ohnmacht, das ihr die Luft abschnürt. Es geht um Kontrolle und die Frage, was passiert, wenn man sie verliert. Es geht um Macht und ihre Umkehrung, um Dynamiken, die sich verselbständigen und wie Worte einflussreiche Realitäten schaffen, die für jeden aus der eigenen Perspektive logisch klingen. Erschreckend nachvollziehbar, folgen wir der Eskalation der Ereignisse, bei der die Schule als Bühne für übergreifende gesellschaftliche Themen dient.
Der Film wurde mehrfach beim Deutschen Filmpreis ausgezeichnet als bester Spielfilm sowie für Regie, Drehbuch, Schnitt und die weibliche Hauptrolle und wurde als deutscher Beitrag für die Oscars 2024 in der Kategorie „Bester internationaler Film“ ausgewählt.
Die Medien beinhalten einen Bonus mit Interviews des Schauspielteams und ihren Blick aufs Lehren und Lernen sowie gelöschte Szenen.
Favoriten
Regie Ruth Beckermann
In der Langzeitdokumentation Favoriten folgt Ruth Beckermann einer Klasse in der größten Volksschule Wiens, im postmigrantisch geprägten Bezirk Favoriten. Mit Nähe und Zurückhaltung zugleich, gibt der Film Prozessen Raum, die sich über drei Jahre hinweg (2020-2023) abspielen: Wir sehen den Klassenalltag der Sieben- bis Zehnjährigen zwischen Mathematik, Deutsch und Sport, wobei der Fokus weniger auf dem Unterricht selbst liegt als auf den Momenten, die uns als soziale Wesen und als Gemeinschaft formen. So verdeutlicht uns der Film, dass es in der Schule um weit mehr als Lernstoff geht und stellt die Frage wie Kinder für die Zukunft gerüstet sind und werden können.
In der diversen Klassengemeinschaft wird getanzt, gekichert und gestritten, es wird diskutiert über tradierte Rollenbilder, Migration und Krieg – eingerahmt und begleitet durch die geduldige und engagierte Lehrkraft Ilkay Idiskut. Schulische und soziale Situationen werden hier im Kleinen gelebt und Konflikte ausgehandelt, mit Respekt und einer gewissen Leichtigkeit, vor dem Hintergrund eines Schulsystems, dessen strukturelle Probleme reale, individuelle Herausforderungen bergen.
Die Dokumentation wurde bei der Berlinale, Viennale und bei der Romy ausgezeichnet.
Die DVD enthält ein Interview mit der Regisseurin sowie eine Kurzbiografie und Filmografie.
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