Entwicklung als Werkzeug des Friedens
Die 1990er Jahre markierten den Beginn einer Phase des Optimismus mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Aufkommen des Konzepts der ›Friedensdividende‹. Dieses beruht auf der Annahme, dass Staaten ihre Militäretats reduzieren und die freigewordenen Mittel in soziale, ökologische und humanitäre Projekte umlenken können. 1994 führten die Vereinten Nationen zudem das Konzept der ›menschlichen Sicherheit‹ ein, der den Schutz des Einzelnen und nicht mehr die nationale militärische Sicherheit, ins Zentrum stellte. Nach diesem Verständnis ist Sicherheit dann gewährleistet, wenn die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen, wie Zugang zu Nahrung oder Abwesenheit von Gewalt, erfüllt sind.
Im September 2000 verabschiedete die UNO die Millennium-Entwicklungsziele (MDG), eine Roadmap zur Bekämpfung von Armut und globalen Ungleichheiten. Obwohl diese Ziele nicht vollständig erreicht wurden, ebneten sie den Weg für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die 2015 für den Zeitraum bis 2030 beschlossen wurden.
Luxemburg hat seine Politik der Entwicklungszusammenarbeit vollständig auf diese Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet, wie die Strategie En route pour 2030 zeigt. Das Land setzt sich für den erweiterten Zugang zu Grunddienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung ein und fördert die sozioökonomische Integration von Frauen und Jugendlichen. Um dies zu erreichen, hat es sich verpflichtet, 1 % seines Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, was es zu einem der großzügigsten Geberländer weltweit macht. Zu den Begünstigten zählen das Welternährungsprogramm (WFP) und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).
Trotz ihres humanitären Anspruchs steht die Entwicklungshilfe oft in der Kritik. Ihr wird bisweilen vorgeworfen, geopolitischen Interessen zu dienen, Unternehmen aus Geberländern den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern oder westliche Wertvorstellungen zu exportieren. Kritiker weisen zudem auf ihre Ineffizienz hin, da sie die tieferliegenden Ursachen der Krisen im globalen Süden nicht bekämpfe. Dieser Vorwurf wiegt besonders schwer, wenn Geberländer, direkt oder indirekt, durch militärische Interventionen, Ressourcenausbeutung oder enge diplomatische Beziehungen zu korrupten und diktatorischen Regimen selbst zu den Krisen beitragen.
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