Digitale Innovation

Digitale Innovation

Seit über 20 Jahren setzt die Nationalbibliothek auf die Digitalisierung, sowohl für die Zugänglichkeit ihrer Sammlungen als auch für die Optimierung der internen Arbeitsabläufe und -prozesse. Sie beteiligt sich an Innovationsprojekten in den Bereichen der Digitalisierung ihrer patrimonialen Sammlungen, der Web-Archivierung, der künstlichen Intelligenz, des Datenaustauschs, der Katalogisierung und der Langzeiterhaltung und führt diese auch durch.

Bewahrung und Digitalisierung

Digitale Bewahrung

Die BnL hat in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Zentrum für Informationstechnologie und den Nationalarchiven eine gemeinsame Plattform für die digitale Langzeiterhaltung eingerichtet. Sie überträgt digital entstandene Publikationen (E-Books, E-Journals, Websites usw.) auf diese Plattform, die eine optimale Sicherung der Dokumente ermöglicht: Mehrere Kopien werden an verschiedenen Orten (um das Risiko eines Verlusts zu vermeiden) und auf mehreren Medien gespeichert, um sicherzustellen, dass sie im Laufe der Zeit und bei technologischen Veränderungen lesbar bleiben.

Digitale Pflichtabgabe

Die intellektuelle Produktion Luxemburgs wird nicht mehr nur auf physischen Medien veröffentlicht, sondern immer mehr Dokumente existieren auch in digitaler Form, entweder frei zugänglich im Internet oder auf kostenpflichtigen Online-Portalen. Diese Werke sind jedoch von gegenwärtigem und zukünftigem Interesse, weshalb die BnL sie im Rahmen der digitalen Pflichtexemplare sammelt.

Was die Hinterlegung von Tages- oder Wochenzeitungen betrifft, verhandelt die BnL derzeit mit mehreren luxemburgischen Verlagen und staatlichen/kommunalen Verwaltungen, um die Sammlung der Veröffentlichungen mit ihren Metadaten und ihre Bereitstellung für die Leser der Bibliothek so weit wie möglich zu automatisieren.

Massendigitalisierung

Die BnL digitalisiert die Dokumente des luxemburgischen Bestands. Ihr Massendigitalisierungsprogramm steht im Zusammenhang mit den Zielen der Europäischen Union, das kulturelle und geistige Erbe Europas online zugänglich zu machen. Durch Massendigitalisierung werden Inhalte leichter zugänglich gemacht, während gleichzeitig die optimale Erhaltung der durch ihr Alter und/oder ihre häufige Nutzung geschwächten Originale garantiert wird.

Die von der BnL digitalisierten Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Postkarten, Manuskripte und Monographien sind alle online über eluxemburgensia.lu oder a-z.lu zugänglich.

 

Formate der Digitalisierung

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsprojekte erstellt die BnL, soweit möglich, Bilder und Metadaten im METS/ALTO-Format. Das METS-Format ermöglicht die Modellierung und Suche in der logischen Struktur des Werkes (Seiten, Artikel usw.) sowie die Verwaltung der technischen Metadaten, was die langfristige Erhaltung erleichtert.

Die Eingabe von Metadaten im ALTO-Format ermöglicht es, das Layout jeder Ausgabe oder jedes Buchs zu beschreiben und anschließend den Volltext mithilfe von OCR-Daten (Optical Character Recognition) zu durchsuchen. Die Kombination von METS- und ALTO-Metadaten ermöglicht eine gezielte Suche im Werk und einen Verweis auf die gefundenen Textbereiche.

Persistente Identifikationen (persist.lu)

Zu den gesetzlichen Aufgaben der BnL in ihrer Eigenschaft als nationale Dokumentationsplattform gehört die Verwaltung von eindeutigen Identifikationen für den Bereich der Publikationen aller Arten und Formate. So ist die BnL nationale Agentur für die Vergabe von ISBN, ISSN, ISMN, ISNI; Kennungen, die im analogen Kontext entstanden sind, heute aber auch auf digitale Publikationen angewendet werden.

Im Rahmen des Projekts zur langfristigen digitalen Bewahrung hat die Nationalbibliothek ein System persistenter Identifikationen auf der Grundlage des ARK-Systems eingerichtet, das von der California Digital Library entwickelt und gepflegt wird, um die Dauerhaftigkeit und Internationalität der Identifikationen in der digitalen Welt zu gewährleisten. ARK identifiziert dauerhaft Objekte aller Art, egal ob digital (gescannte Zeitung, E-Book etc.), immateriell (Konzepte) oder physisch (Bücher, Zeitung, DVD etc.).

Webharvesting (webarchive.lu)

Wie die anderen Nationalbibliotheken sammelt und bewahrt auch die BnL alle Websites mit dem Domainnamen ".lu" und andere Websites, die von in Luxemburg ansässigen Personen verwaltet werden. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Internet Archive organisiert die BnL regelmäßig umfangreiche Harvesting-Kampagnen sowie gezielte Sammlungen zu bestimmten Themen. Für Informationen über die Funktionsweise des Webarchivs, die Sammlungspolitik und unsere thematischen Sammlungen besuchen Sie bitte unsere partizipative Informationsplattform: webarchive.lu.

Aus urheberrechtlichen Gründen können die archivierten Websites nicht aus der Ferne aufgerufen werden. Um im Webarchiv zu recherchieren, müssen Interessierte die Nationalbibliothek in der Avenue John F. Kennedy in Luxemburg-Kirchberg besuchen.

Open data

Den Zugang zu Informationen zu erleichtern bedeutet nicht nur, ein Suchportal einzurichten und digitale Ressourcen online zu stellen, sondern erfordert auch die Bereitstellung hochwertiger Daten und modernster Technologien, die auf die neuen Bedürfnisse von Entwicklern, Informationsspezialisten und Forschern zugeschnitten sind.

Aus diesem Grund gibt die BnL ihre Daten frei und macht sie über die Website data.bnl.lu zugänglich. Diese Datenöffnung hilft der Forschung, erhöht die Transparenz öffentlicher Daten und motiviert die Bürger, sich aktiv an der Verbreitung von Wissen zu beteiligen. Diesen steht es frei, neue Anwendungen zu entwickeln, sie zu bereichern oder sie mit anderen Informationsquellen zu verknüpfen.

Die BnL stellt außerdem mehrere Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) und verschiedene Webdienste zur Verfügung, mit denen Metadaten aus den Katalogen der BnL abgefragt und abgerufen, Aufgaben automatisiert und neue Anwendungen erstellt werden können.

Die Datensätze der BnL können auch über das Portal data.public.lu der luxemburgischen Regierung abgerufen werden, bei dem die BnL Partner ist.

Einheitliche Suchmaschine

a-z.lu ist die einheitliche Suchmaschine, die von der BnL für alle Mitgliedsbibliotheken des Netzwerks bibnet.lu entwickelt wurde. Sie bietet Zugang zu den physischen und digitalen Ressourcen der Mitgliedsbibliotheken, die sich einen gemeinsamen Verbundkatalog teilen. Dieser wird durch das Bibliotheksverwaltungssystem ALMA der Firma Ex Libris geregelt. ALMA hat das alte System ALEPH im November 2022 ersetzt. Eine Migration aller Daten und Plattformen wurde von der BnL für das gesamte bibnet.lu-Netzwerk durchgeführt.

Die Sichtbarkeit und der Zugang zu Ressourcen über a-z.lu werden gewährleistet durch:

Primo

Die Software Primo der Firma Ex Libris verwaltet seit 2013 die Schnittstelle von a-z.lu. Es handelt sich dabei sozusagen um das Backoffice von a-z.lu. Während der Migration auf die Alma-Plattform wurde Primo ebenfalls aktualisiert und in die Cloud migriert. Primo ermöglicht es den Nutzern, über a-z.lu in den Sammlungen des bibnet.lu-Netzwerks zu suchen.

Primo, im weiteren Sinne a-z.lu, ermöglicht auch die Verwaltung des Benutzerkontos, das Anlegen von Favoriten und das Speichern von Suchanfragen.

Findit/Alma Resolver

Der Dienst Findit, der in die digitale Bibliothek des Luxemburg-Konsortiums integriert ist, basiert auf der Software SFX der Firma Ex Libris. SFX ist ein Link-Resolver, der dem Nutzer den Zugriff auf elektronische Ressourcen (hauptsächlich elektronische Zeitschriften) ermöglicht. SFX basiert auf der OpenURL (NISO-Standard Z39.88), die die bibliografische Beschreibung in einer URL normalisiert, so dass eine bibliografische Referenz mit dem entsprechenden Volltext verlinkt werden kann.

Katalogisierung von Dokumenten

Damit der Benutzer die physischen oder digitalen Ressourcen der BnL suchen und auf sie zugreifen kann, muss jedes Dokument „katalogisiert“ werden. Es erhält Metadaten, die es nach internationalen Standards beschreiben.

RDA-Katalogisierungscode

Seit 2021 erfolgt die bibliografische Beschreibung der Dokumente innerhalb des Netzwerks bibnet.lu nach dem internationalen Standard RDA (Ressource, Description and Access) und dem Format MARC21.

Die Katalogisierungsregeln wurden an die Bedürfnisse des bibnet.lu-Netzwerks angepasst, um den luxemburgischen Besonderheiten Rechnung zu tragen, und bilden das unverzichtbare Grundwerkzeug für die Einspeisung von Daten in den gemeinsamen Kollektivkatalog des luxemburgischen Bibliotheksnetzwerks.

RAMEAU-Sachindexierung

Seit 2022 basiert die Sacherschließung im Verbund bibnet.lu auf dem „Répertoire d’autorité-matière encyclopédique et alphabétique unifié“ (RAMEAU), das das zwischen 1985 und 2022 verwendete „Répertoire de Vedettes-Matière“ (RVM) ersetzt.

RAMEAU ist eine Indexierungssprache, die es ermöglicht, den Gegenstand eines Dokuments durch Analyse seines Inhalts zu beschreiben. Die Benutzer können dann über eine thematische Suche auf die indexierten Dokumente zugreifen.

Die RAMEAU-Sprache wird vom Centre national RAMEAU verwaltet, das zur Abteilung für bibliografische und digitale Information der Nationalbibliothek Frankreich gehört.

Dewey Dezimalklassifikation (CDD)

Die systematische Indexierung erfolgt nach der Dewey-Dezimalklassifikation (DDC). Die Bücher, die im Lesesaal der BnL frei zugänglich sind, werden ebenfalls nach der Dewey-Klassifikation kategorisiert.

Autoritätsdateien

Die BnL verwaltet die luxemburgischen Autoritätsdaten im Verbundkatalog des Netzwerks bibnet.lu. Für die Erstellung der Veduten von Namen nicht-luxemburgischer Personen und Körperschaften werden ausländische Verzeichnisse weitgehend konsultiert und ausgewertet.

Das Projekt LiDA (open linked data) der BnL, dessen erste Etappe 2015 durchgeführt wurde, ermöglichte es, die standardisierten Autoritätsdaten der luxemburgischen literarischen Autoren in VIAF anzuzeigen, indem die bibliografischen Referenzen der literarischen Autoren des Kollektivkatalogs a-z.lu mit den online gestellten Daten des Dictionnaire des auteurs luxembourgeois des Centre national de littérature vernetzt wurden.

Nach der Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags mit VIAF (Virtual International Authority File), einem Dienst zur webbasierten Aggregation und Clusterbildung von Autoritätsdatensätzen aus Nationalbibliotheken weltweit, hat die BnL ihre Prozesse zur Erstellung und Strukturierung von Personenautoritätsdaten überarbeitet und neue internationale Standards gemäß den Empfehlungen des Internationalen Verbands der Bibliotheksverbände und -institutionen (IFLA) implementiert. Die BnL sendet ihre validierten Autoritätsdatensätze von Personen und Körperschaften sowie die damit verbundenen bibliografischen Datensätze regelmäßig an VIAF, wo diese Daten dann von anderen Bibliotheken genutzt werden können.

Als Registrierungsagentur vergibt die BnL seit 2018 ISNI-Kennungen (International Standard Name Identifier) für ihre Autoritätsdaten. Der ISNI ist ein internationaler Standardcode zur Identifizierung von natürlichen und juristischen Personen, die in der Schaffung und Verbreitung von geistigen Inhalten tätig sind. Er ist in der ISO-Norm 27729 festgelegt. Der ISNI erweist sich als besonders nützlich, um zwischen Homonymen zu unterscheiden.

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