Für den Frieden kämpfen
Die Charta der Vereinten Nationen sah ursprünglich die Aufstellung internationaler Streitkräfte vor, doch dieses Vorhaben wurde nie umgesetzt. Die UNO verfügt bis heute nicht über eine eigene ständige Armee, hat aber mehrfach militärische Einsätze, die von Koalitionen ihrer Mitgliedstaaten durchgeführt wurden, autorisiert. So billigte der Sicherheitsrat etwa eine militärische Unterstützung für Südkorea nach der nordkoreanischen Invasion – mit einer Luxemburger Beteiligung von 85 Soldaten, die in ein belgisch-Luxemburger Bataillon integriert waren.
Obwohl die UNO über keine eigene Armee verfügt, genehmigt sie regelmäßig Friedensmissionen, deren Soldaten als Blauhelme bekannt sind und erstmals 1956 während der Suez-Krise entsandt wurden. Ihre Aufgabe besteht darin, Waffenstillstände zu überwachen und fragile Friedensprozesse zu stabilisieren, ohne selbst in Kampfhandlungen einzugreifen und ohne das Prinzip der strikten Neutralität zu verletzen.
Das Konzept der militärischen Interventionen zu humanitären Zwecken erhielt mit der 2005 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Doktrin der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, R2P) neuen Auftrieb. Diese zielt darauf ab, Völkermord oder Kriegsverbrechen zu verhindern; Kritiker sehen jedoch die Gefahr, dass sie zur Durchsetzung geopolitischer Interessen instrumentalisiert werden könnte.
1992 schuf Luxemburg einen rechtlichen Rahmen, der es seinen Streitkräften ermöglicht, an internationalen Einsätzen teilzunehmen. Bereits im März 1992 entsandte das Land sein erstes Kontingent unter UN-Mandat nach Jugoslawien. Darüber hinaus beteiligte es sich an NATO-Operationen, etwa in Afghanistan (2003) und im Irak (2021). Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurden Luxemburger Soldaten in Litauen und Rumänien stationiert. Das Großherzogtum trägt zudem zu EU-Missionen bei, darunter die Beobachtungsmission in Georgien (EUMM, 2008) und die Militärische Ausbildungsmission in der Ukraine (EUMAM Ukraine, 2022). Schließlich waren Luxemburger Minenräumexperten unter anderem im Libanon im Einsatz.
Seit 1992 haben über 1.500 Luxemburger Soldaten an internationalen Friedensmissionen teilgenommen.
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