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Suchen Sie nach Inspiration? Jeden Monat widmen sich unsere Fachreferenten einem bestimmten Thema anhand einer Auswahl von Dokumenten aus dem Bestand der Nationalbibliothek. Entdecken Sie im April unsere Selektion zum Thema Literaturverfilmungen!
Das komplexe Verhältnis zwischen Literatur und Film kann nur als Hassliebe charakterisiert werden; zwei Streithähne, die nicht mit aber auch nicht ohne einander können. So griff bereits Filmpionier Georges Méliès auf Shakespeare und die Gebrüder Grimm zurück, um Stoff für seine Filme zu finden. Die Interdependenz der beiden Kunstformen ist bis heute sichtbar: Schätzungsweise 30 Prozent der heutigen Filme basieren auf literarischen Werken und 80 Prozent der (englischsprachigen) Bestseller werden verfilmt. Filmwissenschaftler Timothy Corrigan resümiert die Situation folgendermaßen: „From the late nineteenth century to the present these two ways of seeing and describing the world have at different times despised each other, redeemed each other, learned from each other, and distorted each other’s self-proclaimed integrity.“
Angesichts der unüberschaubaren Flut an Literaturverfilmungen ist eine Auswahl an repräsentativen Werken schwierig, um nicht zu sagen unmöglich. Die Frage, was eine geglückte Verfilmung überhaupt ausmacht, drängt sich hier auf: Können filmische Bilder Ambivalenz und Mehrdeutigkeit des literarischen Schreibens einfangen? Was geht beim Wechsel von einem Medium zum andern verloren – was wird gewonnen? Sind herausragende Literaturverfilmungen werkgetreue Adaptationen oder freie Interpretationen?
Eindeutige Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Und das ist auch gut so. Vielmehr sollen die hier ausgestellten Werke Vielfalt und Kreativität des Dialogs zwischen Film und Literatur reflektieren. Besonderen Wert wurde daraufgelegt, eine möglichst breitgefächerte Auswahl zu präsentieren - mit Werken aus dem europäischen, amerikanischen und asiatischen Kulturkreis. Ähnlich divers zeigen sich die Filmgenres: Vom Bergsteigerdrama (Le sommet des dieux) über Science-Fiction (1984) bis hin zur schwarzen Komödie (Trainspotting) oder dem Justizdrama (To Kill a Mockingbird) ist hier für jeden Geschmack etwas zu finden. Schlussendlich sind mit Perl oder Pica und Schacko Klak auch luxemburgischen Literaturverfilmungen präsent.
Sie können diese Auswahl im Entdeckungsbereich im Erdgeschoss des Lesesaals durchstöbern. Wenn Sie an einem der Dokumente interessiert sind, nehmen Sie es einfach aus dem Regal: Sie können es vor Ort einsehen und/oder ausleihen. Viel Spaß beim Lesen!
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