Was ist Frieden?
Auf den ersten Blick scheint die Frage einfach. Doch die Geschichte zeigt, dass es keine einheitliche Definition von Frieden gibt. Je nach historischem Kontext, den vorherrschenden gesellschaftlichen und politischen Normen und Werten sowie den ideologischen Ansichten der beteiligten Akteure wurden auf die Frage »Was ist Frieden?« sehr unterschiedliche, ja sogar gegensätzliche Antworten gegeben.
Heute unterscheidet man im Allgemeinen zwischen dem ›negativen‹ und dem ›positiven‹ Frieden. Ersterer bezeichnet die Abwesenheit von Krieg, letzterer einen Zustand, in dem Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und grundlegende Rechte nebeneinander bestehen.
Noch komplexer als die Definition von Frieden selbst ist die Frage, wie man zu einem ›positiven‹ Frieden gelangt. Die Antworten reichen vom Verzicht auf Gewalt über militärische Abschreckung bis hin zum bewaffneten Kampf.
Während die Welt heute eine sicherheitspolitische Logik zu bevorzugen scheint, die auf Stärke setzt, präsentiert die Ausstellung Der (un)erledigte Frieden verschiedene Friedensvorstellungen, die es in Luxemburg vom 19. Jahrhundert bis heute gegeben hat. Sie beleuchtet die unterschiedlichen Motive, die Akteure aus der Zivilgesellschaft ebenso wie staatliche Institutionen und multinationale Organisationen dazu bewogen haben, sich für eine friedlichere Welt einzusetzen.
Was all diese Vorstellungen gemeinsam haben, ist die Erkenntnis, dass Frieden ein kontinuierliches Engagement erfordert. In diesem Sinne bleibt er stets un |erledigt. Gleichzeitig unterstreicht die Doppeldeutigkeit des Wortes ›erledigt‹ im Titel der Ausstellung, dass die Mittel, die zur Verwirklichung des Friedens eingesetzt werden, aus anderer Perspektive betrachtet, auch dazu führen können, ihn zu zerstören.
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