Sprache und Hassrede
Jörg Meibauer
Hassrede (engl. hate speech) wird längst nicht mehr nur als kurzlebiges Phänomen der Onlinekommunikation verstanden, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Spannungen. Der Begriff bezeichnet sprachliche Äußerungen, die auf die Herabsetzung und Diskriminierung von Personen oder Gruppen abzielen und sich auf reale oder zugeschriebene Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft, Sexualität, Geschlecht, Alter, Behinderung oder Religion beziehen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema zunehmend an Bedeutung.
Mit seiner Monografie Sprache und Hassrede legt der Germanist Jörg Meibauer einen kompakten und zugleich fundierten Überblick über linguistische Zugänge zu diesem Phänomen vor. Der Band bündelt die Ergebnisse zahlreicher Detailstudien und schließt damit eine Lücke in der sprachwissenschaftlichen Forschung. Neben linguistischen Perspektiven bezieht Meibauer punktuell auch Ansätze aus Nachbardisziplinen wie der Rechtswissenschaft und der Psychologie ein.
Das Buch ist als Einführung konzipiert und gliedert sich in sieben Kapitel. Nach einer begrifflichen Grundlegung werden zentrale Eigenschaften von Hassrede sowie ihre sprachlichen Ebenen systematisch entfaltet. Auf semantischer Ebene behandelt Meibauer unter anderem Fragen der Expressivität, impliziter Bedeutung, der Präsupposition und der Stereotypisierung. Die pragmatische Analyse verortet Hassrede unter Rückgriff auf sprechakttheoretische Ansätze als spezifische Form der Beleidigung. Ergänzt werden diese Überlegungen durch ein Kapitel zur Digitalität von Hassrede, das sowohl sprachliche als auch nichtsprachliche Merkmale digitaler Kommunikation und Aspekte wie Zitation und automatische Erkennung thematisiert.
Ein weiteres Kapitel widmet sich der Bewertung von Hassrede und verknüpft moralische, rechtliche und gesellschaftliche Betrachtungen. Neben Überlegungen zu Menschenwürde, Unhöflichkeit und politischer Korrektheit wird dabei auch der schulische Kontext einbezogen.
Didaktische Elemente wie Kapitelzusammenfassungen, Diskussionsfragen, weiterführende Literaturhinweise und ein Glossar unterstreichen den einführenden Charakter des Bandes sowie seine Ausrichtung auf Studierende und die akademische Lehre. Zugleich bietet Sprache und Hassrede eine solide Grundlage für die weitere Vertiefung in die Thematik.
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