Tschick

Regie Fatih Akin

Audiovisuell

Der Film beginnt mit dem Ende eines Abenteuers – Lichtsirenen auf einer nächtlichen Autobahn, ein Chaos aus Fahrzeugen, Menschen, Schweinen und Blut – und lässt uns daran teilhaben, wie es dazu kam. Kurz vor den Sommerferien stößt ein neuer Schüler zur Klasse von Maik Klingendorf: Andrej Tschichatschow, genannt Tschick. Auf den ersten Blick unsympatisch und unverschämt, freundet er sich mit dem angepassten und unsicheren Maik an. Es ist ihre Position als Außenseiter, die beide 14-Jährige zusammenwürfelt. Als Tschick mit einem geklauten Lada vor der Tür steht und vorschlägt „Komm, wir fahren eine Runde um den Block“, ist das für Maik zugleich die Möglichkeit zur Flucht aus der bürgerlichen Langeweile und die Verheißung eines unvergesslichen Sommers.

In den Süden soll es gehen, nach Gefühl, in Richtung Wallachei. Mit vagem Ziel, Schlafsäcken und Konservendosen ziehen sie los von Zufallsbekanntschaften zu Begegnungen, die ihnen Adrenalin verschaffen. Mit naivem Explorationsdurst, einfachen Beobachtungen und schnellen Urteilen wächst aus ihren anfänglichen Gegensätzen ein erstaunliches Geflecht aus Toleranz, Offenheit und Mutmachen, das sie Erfahrungen sammeln lässt jenseits bekannter Regeln. Zwischen laut und leise, sich durschlagen und treiben lassen, erforscht diese Literaturverfilmung das Intuitive und das Unmittelbare im Jugendlichsein mit Melancholie, Ernsthaftigkeit und Witz. Mit beiden Beinen in der Gegenwart, getragen vom „Gefühl der Unzerstörbarkeit“, finden Maik und Tschick auf ihrer Reise etwas, das sie nicht gesucht haben.

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