Verfasserlexikon der Luxemburger Autoren (VLLux)

1500–1814

Handschriftensammlung

Unter der Herausgeberschaft von Dr. Claude D. Conter (BnL), Prof. Dr. Luc Deitz, MAE (BnL/Universität Trier), Prof. Dr. Ingrid De Smet, FBA, MAE (University of Warwick/Centre for the Study of the Renaissance), Prof. Dr. Michael Embach (Stadtbibliothek Trier/Universität Trier) und Prof. Dr. Marc Laureys (Universität Bonn/Centre Ernst Robert Curtius) beabsichtigt die Bibliothèque nationale du Luxembourg (BnL) in Zusammenarbeit mit dem Centre Ernst Robert Curtius (CERC, Universität Bonn) und dem Center for Digital Humanities (Universität Trier) die Veröffentlichung eines dreibändigen Nachschlagewerks unter dem Arbeitstitel Verfasserlexikon der Luxemburger Autoren (VLLux), 1500–1814. Das Projekt zielt darauf ab, alle Autoren, die während der Referenzperiode im historischen Herzogtum Luxemburg schriftstellerisch tätig waren, bio-bibliographisch zu erfassen und literatur-, wissenschafts- sowie geistesgeschichtlich einzuordnen.

Unter „Luxemburg“ wird das Territorium des Duché de Luxembourg et Comté de Chiny zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung vor dem Pyrenäenfrieden (1659) verstanden. Dieses Gebiet entspricht heute in etwa der Region zwischen Schleiden und Durbuy im Norden, Thionville im Süden, Neufchâteau und Orchimont im Westen sowie Montmédy, Marville und Bitburg im Osten. Das Projekt versteht „Luxemburg“ nicht essentialistisch, sondern als heuristischen Verdichtungsraum literarischer Produktion, Mobilität und Rezeption.

Als „Luxemburger Autoren“ gelten Personen, die in diesem Raum geboren wurden, dort gewirkt oder veröffentlicht haben, sich selbst als Luxemburger bezeichneten oder von anderen als solche bezeichnet wurden. Berücksichtigt werden nicht nur Verfasser literarischer Werke, sondern auch Autoren von Fachliteratur (juristisch, theologisch, historisch etc.). Voraussetzung für die Aufnahme ist die Existenz einer greifbaren handschriftlichen Überlieferung oder die Veröffentlichung zumindest eines gedruckten Werks. Paratexte wie Widmungsepisteln, Kasualpoesie und Gelegenheitsschriften werden ebenfalls berücksichtigt.

Das VLLux versteht sich als Versuch einer literarischen Kartographierung eines Raumes, dessen kulturelle, sprachliche und politische Konturen mit modernen Kategorien nur unzureichend zu erfassen sind. Ziel ist es, das intellektuelle und schriftstellerische Leben Luxemburgs zwischen 1500 und 1814 nicht additiv zu dokumentieren, sondern in seiner räumlichen, institutionellen, medialen und diskursiven Verschränkung sichtbar zu machen. Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von Literaturgeschichte, Wissensgeschichte und historischer Raumforschung. Es zielt darauf ab, den historischen Raum Luxemburgs in seiner literarischen und wissensgeschichtlichen Struktur systematisch zu erschließen und als heuristisches Modell für die Einbindung lokaler Verdichtungsräume in europäische Wissenszusammenhänge zu fruchtbar zu machen.

Die Interdisziplinarität des Projekts ist epistemische Bedingung: Viele Autoren waren zugleich Theologen, Juristen, Philologen oder Mediziner. Ihre Texte bewegen sich zwischen Disziplinen, die in der Frühen Neuzeit noch nicht ausdifferenziert waren. Die systematische Erfassung von Sprach- und Funktionsräumen (Latein, Deutsch, Französisch) ist ein zentrales Anliegen.

Die Bandaufteilung ist wie folgt geplant:

  • Band 1 (1500–1628): ca. 100 Autoren
  • Band 2 (1629–1714): ca. 200 Autoren
  • Band 3 (1715–1814): ca 250 Autoren

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