Franz Liszt, Luxemburg und die Munkácsys

Guy May

"Dieses kenntnisreich geschriebene und prachtvoll illustrierte Buch schließt eine wichtige Lücke in der fast unübersichtlichen Liszt-Literatur. Es informiert ausführlich über die beiden Luxemburg-Aufenthalte des großen Komponisten und Klaviervirtuosen, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr weltweit zelebriert wird und der in Luxemburg vor genau 125 Jahren zum letzten Mal öffentlich Klavier gespielt hat.

Das Buch besteht aus drei Teilen:

Im ersten Teil wird Liszts erster Luxemburg-Aufenthalt beleuchtet. Die Festungsstadt war damals nicht gerade eine Musik-Hochburg. „Das Fluchen und Toben der Krieger, das Wiehern, Schnauben und Stampfen der Rosse galt mehr als die schönste Sinfonie, und ein Soldatenlied erschlug in diesen Zeiten das herzigste Volkslied“ (Alfred Kowalsky). Dennoch machten der Stadt während der ein halbes Jahrhundert dauernden Anwesenheit der preußischen Garnison drei der führenden Klaviervirtuosen des 19. Jahrhunderts ihre Aufwartung: 1845 konzertierte Franz Liszt in Luxemburg, ohne dass die Stadt einen bleibenden Eindruck auf ihn gemacht hätte; 1846 gab Sigmund Thalberg im „Hôtel de Luxemburg“ ein Rezital; 1863 schließlich gastierte Clara Schumann-Wieck im hauptstädtischen Cercle.

Im zweiten, ausführlicheren Teil wird Liszts zweiter Aufenthalt in Luxemburg (vom 5. bis zum 20. Juli 1886) dokumentiert. Es sollte Liszts letzte Reise werden. Sie kam zustande durch die besonders herzliche Beziehung des berühmten Musikers zu seinem Landsmann Mihály von Munkácsy und dessen luxemburgischer Gattin Cécile Papier. Munkácsy war einer der schillerndsten Maler seiner Zeit und hatte Liszt bereits mehrmals in seine Pariser Residenz eingeladen. Der Komponist der „Faust-Sinfonie“ hatte damals der Gattin des Künstlers versprochen, nach Colpach – dem Luxemburger Wohnsitz des Ehepaars – zu kommen, ein Versprechen, das er trotz erheblicher Bedenken seines Arztes dann auch einlöste.

Der dritte Teil des Buches umfasst Auszüge aus Briefen Liszts (in der Originalschreibweise), in denen der Name Luxemburg bzw. Munkácsy vorkommt.

Im Anhang beleuchtet Guy May die Aktivitäten des Casino Luxembourg – Forum d’Art contemporain, wo Liszt gespielt hat, und des Cercle des Amis de Colpach, der die Erinnerung an Liszts Luxemburg-Aufenthalte wach hält.

Ein höchst lehrreiches Buch über ein wichtiges Kapitel der Luxemburger Kulturgeschichte!"

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